Donnerstag, 12. März 2009

Die Märchenjurte wird dritter Bundessieger im Integrationswettbewerb

Die Sieger beim bundesweiten Wettbewerb „Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement“ der Stiftung Bürger für Bürger kommen aus Mülheim an der Ruhr, Kehl und Dessau-Roßlau.


Die Bundessieger sowie fünf Anerkennungspreise wurden gestern Abend bei einer großen Preisverleihung im Roten Rathaus in Berlin im Beisein von rund 200 Gästen bekannt gegeben und ausgezeichnet. An dem bundesweiten Wettbewerb hatten sich insgesamt 179 Projekte aus ganz Deutschland beteiligt.


Klaus Riegert, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, regte an, dass die ausgezeichneten Projekte auch andernorts nachgeahmt und umgesetzt werden sollten, da bürgerschaftliches Engagement ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Integration sei.


Sieger wurde das Centrum für bürgerschaftliches Engagement in Mülheim an der Ruhr mit ihrem Projekt Kulturbotschafter/innen, die anderen Jugendlichen ausgewählte Kulturstätten vorstellen. Den zweiten Platz belegte das Kriminalpädagogische Konfliktmanager-Projekt „Rückenwind“ des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Kehl.


Dritter Bundessieger wurde das Projekt "Mit Sieben-Meilen-Stiefeln um die Welt" (kurz: Die Märchenjurte), eine Gemeinschaftsaktion von Jugendmigrationsdienst Dessau-Roßlau und dem Projekt "Migration erlebbar machen" der St. Johannis GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Dessau-Roßlau und freundlicher Unterstützung von Anhaltischer Landesbücherei, den Pfadfindern vom Stamm Jacobus und dem Anhaltischen Theater.


In der echten Jurte, die auf dem Hof der Anhaltischen Landesbücherei von den Pfadfindern errichtet wird, lesen und erzählen Zuwanderinnen und Zuwanderer seit 2007 im Rahmen der Interkulturellen Woche von 17:30 – 18:00 Uhr Geschichten und Märchen aus ihrer Heimat. Dazu gibt es an jedem Abend Spiele, Aktionen, Leckerbissen und Wissenswertes rund um das Herkunftsland der Erzählerinnen und Erzähler.


Nach einer 10minütigen Projektpräsentation nahmen Astrid Bergmann (Jugendamt Dessau-Roßlau) und Florian Schulze (St. Johannis GmbH) die Auszeichnung am Vorabend in Berlin entgegen.


Die Auszeichnung der Preisträger erfolgt durch Geldpreise (1. Preis: 2.500
EUR, 2. Preis: 1.500 EUR, 3. Preis: 1.000 EUR sowie vier weitere
Anerkennungspreise in Höhe von 500 EUR, ein undotierter) sowie
Öffentlichkeitsarbeit (Presseinformationen, öffentliche
Preisträgerveranstaltung, Internet-Präsentation und Kontakte).
Der Wettbewerb wird unterstützt von der DFB-Stiftung Egidius Braun.


Die Dokumentation zum Wettbewerb finden Sie hier:

Die Bildergalerie der Preisverleihung zum Anschauen und Herunterladen hier:

Donnerstag, 22. Januar 2009

„Mit Sieben-Meilen-Stiefeln um die Welt“ wird Landessieger in Sachsen-Anhalt im Integrationswettbewerb der Stiftung „Bürger für Bürger“.

Die Sieger beim bundesweiten Wettbewerb „Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement“ der Stiftung Bürger für Bürger stehen fest. Aus 179 Bewerbungen wählte eine prominent besetzte Jury am 13. Januar 2009 die Landessieger aus den Bundesländern. Die daraus ermittelten Bundessieger sowie Anerkennungspreise werden bei einer großen Preisverleihung am 10. März im Roten Rathaus in Berlin bekannt gegeben und gekürt

Landessieger in Sachsen-Anhalt wurde die Aktion „Mit Sieben-Meilen-Stiefeln um die Welt“ als Kooperation von Jugendmigrationsdienst und Projekt „Migration erlebbar machen“ der St. Johannis GmbH – Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienstleistungen mit dem Jugendamt der Stadt Dessau-Roßlau, Abteilung Jugendförderung und der Anhaltischen Landesbücherei mit freundlicher Unterstützung der Pfadfinder vom Stamm Jacobus – Dessau.

Mit dem bundesweiten Praxis- und Ideenwettbewerb sollen vorbildhafte Praxis und realisierbare innovative Ideen identifiziert, anerkannt und zur Nachahmung oder erstmaligen Realisierung angeregt werden. Besonderen Wert legte die Jury darauf, dass Migrantinnen und Migranten sich gemeinsam mit Einheimischen für ein gesellschaftlich relevantes Anliegen engagieren.

Die Auszeichnung der Preisträger erfolgt durch Geldpreise (1. Preis: 2.500 EUR, 2. Preis: 1.500 EUR, 3. Preis: 1.000 EUR sowie vier weitere Anerkennungspreise in Höhe von 500 EUR), Öffentlichkeitsarbeit (Presseinformationen, öffentliche Preisträgerveranstaltung, Internet-Präsentation und Kontakte) sowie Fortbildung.
Der Wettbewerb wird unterstützt von der DFB-Stiftung Egidius Braun.

Was soll ich sagen? Wir freuen uns!!!!

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Der Abschied von der Märchenjurte

So sieht sie aus, wenn alles vorbei ist - für 2008. Wenn alles gut geht, sehen wir uns 2009 wieder!

Die Jurte in der Zeitung

Laternen steigen in den Abendhimmel

Montag, 29. September 2008

Mit dem Zug aus Vietnam

Freitag, letzter Tag in der Märchenjurte. Unser heutiger Gast heißt Nguyen Tien Duc und ist vor viele Jahren tatsächlich mit dem Zug aus Vietnam nach Deutschland gereist. 17 Tage war er unterwegs, bis er hier ankam. Heute nicht, da ist er bequem mit dem Auto gefahren und nur eine Stunde auf der Straße, denn Herr Duc lebt und arbeitet nun in Magdeburg.

Mitgebracht hat er ein einsaitiges Musikinstrument, die Dan Bau. Daurauf spielt er, einen kleinen Holzstab in der Hand, Melodien mit vielen unterschiedlichen Tönen.


Die Kinder in der Jurte versuchten, hinter das Geheimnis dieser Spielweise zu kommen, doch sie entlockten dem Instrument nur einen Ton - dafür aber in unterschiedlicher Lautstärke.

Erst ein Vater durchschaute die Spielweise, einer Gitarre nicht ganz unähnlich. Doch der Meister des Instruments blieb Herr Duc.

Er erklärte dann seinen Zuhörern in der gut gefüllten Jurte, wie man sich in Vietnam begrüßt. Da geht es eher um das Alter des zu Grüßenden als um die Tageszeit. So sagt man zu Erwachsenen "Guten Tag, Onkel!" oder "Guten Tag, Tante!", auch wenn man gar nicht mit ihnen verwandt ist.

Die vietnamesische Geschichte handelt von einem König, der das klügste Kind in seinem Land sucht und den Bauern deshalb die Aufgabe stellt, ihm einen schwangeren Ziegenbock zu bringen. Da Ziegenböcke männlich sind und deshalb keine Böcklein bekommen können, wußte auch der kluge Junge und teilte dies dem König sehr geschickt mit - und der König hatte den klugen Jungen gefunden!

Freitag, 26. September 2008

Marine in der Jurte

Unser Gast am Donnerstag hat nichts mit Schiffen oder Seefahrt zu tun, sondern sie heißt so: Marine Mktchryan. Sie ist vor sieben Jahren aus Armenien nach Deutschland gekommen. Armenien ist das Land, aus dem die Aprikosen (Prunus armeniaca) stammen. Kein Wunder, dass die armenischen Kinder sich auch mit ihren Aprikosen etwas genauer beschäftigten und sie nicht nur aßen, sondern auch zum Spielen benutzten. So entstand gewiss auch die Idee, aus Aprikosenkernen Pfeifen zu basteln. Man reibt einfach die schmale Seite auf dem Stein, bis ein Loch entsteht und der Kern im Kern zum Vorschein kommt.

Den holt man mit einer Nadel oder einem spitzen Messer heraus. Ist der Kern völlig hohl innen, kann man auf ihm pfeifen wie auf einer Flasche oder wie Könner auf einer Querflöte.


Unsere Gäste waren jedenfalls fleißig dabei, die Aprikosenkernpfeifen herzustellen. Für lautstarke Untermahlung später am Abendbrotstisch war gesorgt...

Um 17:33 begannen wir mit dem Märchen in der Jurte. Marine (die gewohnt ist, dass wir Deutschen es schwer haben mit der Aussprache ihres Nachnamens) zeigte den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern, wo Armenien liegt.

Dann begann sie, das Märchen zu erzählen, warum die Sonnenblume sich immer der Sonne zuwendet. Eigentlich war die Sonnenblume ja mal eine Prinzessin und die Sonne ein schöner Prinz (der auch tatsächlich anwesend war!). Aus Sehsucht und großer Liebe wurde die Prinzessin zu Sonnenblume und sieht nun immer ihren Prinzen an. Ein Junge fragte hinterher, ob er diese Erkärung im Sachkundeunterricht verwenden könne - nunja, es ist ein Märchen, alle Angaben sind ohne Gewähr!

Da Armenien das Land der Aprikosen ist, waren Aprikosen in jeder Form auch in unserer Schatzkiste versteckt: frische Aprikosen, Getrocknete, Aprikosenkonfitüre auf Schnittchen... Und unsere Gäste hatten jede Menge Appetit mitbebracht.


Frisch gestärkt führte Marine die Kinder vor die Jurte, um mit ihnen zu spielen und zu tanzen. Und Pfeifen wurden auch weiter hergestellt. Ein Pfeiffen ging durch Dessau...