Unser Gast am Donnerstag hat nichts mit Schiffen oder Seefahrt zu tun, sondern sie heißt so: Marine Mktchryan. Sie ist vor sieben Jahren aus
Armenien nach Deutschland gekommen. Armenien ist das Land, aus dem die
Aprikosen (
Prunus armeniaca) stammen. Kein Wunder, dass die armenischen Kinder sich auch mit ihren Aprikosen etwas genauer beschäftigten und sie nicht nur aßen, sondern auch zum Spielen benutzten. So entstand gewiss auch die Idee, aus Aprikosenkernen Pfeifen zu basteln. Man reibt einfach die schmale Seite auf dem Stein, bis ein Loch entsteht und der Kern im Kern zum Vorschein kommt.

Den holt man mit einer Nadel oder einem spitzen Messer heraus. Ist der Kern völlig hohl innen, kann man auf ihm pfeifen wie auf einer Flasche oder wie Könner auf einer Querflöte.

Unsere Gäste waren jedenfalls fleißig dabei, die Aprikosenkernpfeifen herzustellen. Für lautstarke Untermahlung später am Abendbrotstisch war gesorgt...

Um 17:33 begannen wir mit dem Märchen in der Jurte. Marine (die gewohnt ist, dass wir Deutschen es schwer haben mit der Aussprache ihres Nachnamens) zeigte den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern, wo Armenien liegt.

Dann begann sie, das Märchen zu erzählen, warum die Sonnenblume sich immer der Sonne zuwendet. Eigentlich war die Sonnenblume ja mal eine Prinzessin und die Sonne ein schöner Prinz (der auch tatsächlich anwesend war!). Aus Sehsucht und großer Liebe wurde die Prinzessin zu Sonnenblume und sieht nun immer ihren Prinzen an. Ein Junge fragte hinterher, ob er diese Erkärung im Sachkundeunterricht verwenden könne - nunja, es ist ein Märchen, alle Angaben sind ohne Gewähr!

Da Armenien das Land der Aprikosen ist, waren Aprikosen in jeder Form auch in unserer Schatzkiste versteckt: frische Aprikosen, Getrocknete, Aprikosenkonfitüre auf Schnittchen... Und unsere Gäste hatten jede Menge Appetit mitbebracht.

Frisch gestärkt führte Marine die Kinder vor die Jurte, um mit ihnen zu spielen und zu tanzen. Und Pfeifen wurden auch weiter hergestellt. Ein Pfeiffen ging durch Dessau...


